Wer bei der Haidl-Madl ankommt, steht mitten im Grünen. Zum Haus gehört ein rund 3.000 Quadratmeter großer, ausgezeichneter Garten mit alten Bäumen, Obstgehölzen und Sträuchern. Der Blick reicht zum Dreisesselberg und hinüber in den Böhmerwald auf der tschechischen Seite. Direkt neben dem Grundstück liegt eine Moorwiese, auf der sogar seltene Orchideen wachsen. Nur etwa 150 Meter entfernt beginnt die Waldwildnis des Nationalparks Šumava.
Das Haus selbst ist seit mehr als 300 Jahren in Familienbesitz. Gastgeberin Ingrid erzählt, dass ihre Vorfahren es 1705 erbaut haben. Ihre Eltern bewirtschafteten hier bis in die 1990er-Jahre einen Bauernhof – Urlaub auf dem Bauernhof gab es bereits seit 1970. Als die Landwirtschaft schließlich aufgegeben wurde und Ingrid nach Jahren in der Stadt zurückkehrte, wollte sie den Ort erhalten und weiterentwickeln. Neben dem Wohnraum für ihre eigene Familie wurden die Ferienwohnungen ausgebaut, modernisiert und mit viel Gespür für Gestaltung eingerichtet.
Keine Wohnung gleicht der anderen. Ingrid wählt Möbel, Farben und Details sorgfältig aus und verbindet ausgewählte Designklassiker mit einer ruhigen, zurückhaltenden Einrichtung. Viele der Möbel stammen aus ihrem zweiten beruflichen Standbein, dem Einrichtungsbereich von Haidl-Madl. Einige können während des Aufenthalts ausprobiert und bei Gefallen auch gekauft werden. Gutes Licht, hochwertige Matratzen und feine Bettwäsche gehören ebenso zum Konzept wie die alten, dicken Mauern, die dem Haus seinen eigenen Charakter geben. Dass viele Gäste hier besonders gut schlafen, hört Ingrid immer wieder.
Neben den Wohnungen gibt es auch ein blaues Zimmer mit Schwedenofen, das als gemeinschaftlicher Aufenthaltsraum dient. Ein kleiner Laden bietet Produkte aus ausgewählten Manufakturen, dazu gibt es eine große Sammlung guter Bücher. Vieles lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, ohne dass dafür ein Programm nötig wäre.
Wer doch losziehen möchte, hat reichlich Auswahl: Wanderungen auf den Dreisesselberg, der Nationalpark Bayerischer Wald mit seinem Tierfreigelände, der Naturbadeweiher in Haidmühle oder das Freilichtmuseum Finsterau liegen in der Umgebung. Auch Passau und das tschechische Český Krumlov bieten sich für Tagesausflüge an. Zurück im Haus wartet dann wieder der Garten und der Blick auf die Berge.
| Apartment | ab175 € |
Bei der Sanierung galt für Ingrid ein einfacher Grundsatz: so viel wie möglich bewahren und nur dort verändern, wo es nötig ist. Das geschichtsträchtige Haus wurde deshalb behutsam ausgebaut, sodass viel von seiner ursprünglichen Substanz und Ausstrahlung erhalten blieb. Zum Einsatz kamen natürliche, ortstypische Materialien wie Kalkputz und heimische Hölzer. Die vier Zentimeter starken, unbehandelten Vollholzdielen aus Bayerwald-Fichte und -Tanne sind ein Beispiel dafür. Auch bei den Farben wurde auf natürliche Lösungen wie Kalk- und Edelsteinfarben gesetzt. Für den Ausbau arbeitete Ingrid ausschließlich mit Handwerksbetrieben aus der näheren Umgebung zusammen. Sie kennen die regionalen Materialien und wissen, wie diese traditionell verarbeitet werden. Bei der Einrichtung treffen Möbel namhafter Designer, darunter Stücke aus Dänemark, auf Arbeiten kleinerer, familiengeführter Manufakturen. So verbindet das Haus seine lange Geschichte mit zeitgemäßem Wohnen, ohne seinen ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Ingrid orientiert sich an der Slow-Food-Idee und legt Wert auf gute Zutaten und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Für das Frühstück kauft sie im Bioladen ein, Früchte, Kräuter und Gemüse kommen aus dem eigenen Bauerngarten. Was gerade nicht frisch verarbeitet werden kann, wird eingekocht oder zu Apfelsaft gemacht. Die selbst gemachten Marmeladen und das Kompott finden später auch in den hausgebackenen Gästekuchen Verwendung, für die Ingrid Bio-Dinkelmehl verwendet. Das Frühstück ist jeden Tag ein wenig anders und wird mit ausgewählten Lebensmitteln und auf schönem Geschirr serviert. Im blauen Zimmer warten außerdem frisch gebackene Kuchen auf die Gäste. Wer seinen Kaffee gerne selbst zubereitet, kann dafür die Siebträgermaschine nutzen.
Ingrid wird von einer Reinigungskraft aus dem nur einen Kilometer entfernten Dorf unterstützt, die den Weg zu ihr vorzugsweise mit dem Fahrrad zurücklegt. Auch bei der Wäsche setzt sie auf eine Zusammenarbeit in der Region: Die Mangelwäsche übernimmt die Wolfsteiner Werkstätten in Freyung, eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit Behinderung.
Was im Garten wächst, bleibt möglichst vor Ort und wird weiterverwendet. Pflanzenreste kommen auf mehrere Komposthaufen, das gemähte Gras und Heu gehen an einen benachbarten Hof. Für die Bewässerung des Gartens und der Blumen gibt es eine eigene Wasserquelle. Auch bei der Reinigung setzt Ingrid auf hochwertige ökologische Mittel, die Mülltrennung gehört selbstverständlich zum Alltag. Zum Haus gehört neben dem 3.000 Quadratmeter großen Naturgarten eine weitere, rund vier Hektar große landwirtschaftliche Fläche. Damit dort möglichst viele Pflanzen- und Tierarten Lebensraum finden, wird sie nur einmal im Jahr und mit einem besonders schonenden Verfahren gemäht. Auf dem Grundstück liegt außerdem eine besonders geschützte Moorwiese. Ingrid engagiert sich auch über das eigene Gelände hinaus für den Erhalt der Kulturlandschaft und unterstützt aktiv das regionale Projekt „Bischofsreuter Waldhufen“.
Für kühlere Tage gibt es bei Haidl-Madl eine Infrarotkabine für zwei Personen. Im 50 Quadratmeter großen Körper- und Geist-Raum ist Platz für Yoga und Meditation.
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