Mitten in der historischen Altstadt von Hofheim Lorsbach am Taunus liegt eine über 300 Jahre alte Hofreite, die nach vielen Jahren des Leerstands neues Leben erhalten hat. Wo früher ein halb verfallener Bauernhof stand, sind heute zwei stilvolle Ferienappartements entstanden.
Gemeinsam mit der Denkmalschutzbehörde haben Christiane und Roland Beer das Kulturdenkmal über mehrere Jahre hinweg mit viel Eigenleistung und Liebe zum Detail saniert. Das Gastgeberpaar lebt selbst nur wenige Schritte entfernt in einem denkmalgeschützten Haus und kennt die Region seit vielen Jahren. Besonders schätzen sie die Ruhe des Taunus, die umliegenden Wälder und Wanderwege, ebenso wie die Nähe zu Frankfurt, Mainz und Wiesbaden.
Schon beim Betreten des begrünten Innenhofs wird deutlich, was diesen Ort besonders macht. Ein kleiner Brunnen plätschert leise, zwischen Blumen und Kräutern finden sich sonnige und schattige Plätze zum Verweilen oder Grillen. Die beiden Appartements befinden sich in den ehemaligen Gebäuden der Hofreite und verbinden historische Bausubstanz mit einer modernen, zurückhaltenden Gestaltung. Natürliche Materialien wie Lehm, Holz und Schilfrohrmatten sorgen für ein angenehmes Wohnklima und unterstreichen den Charakter des Hauses.
Im Appartement im Haupthaus erinnert der aufgearbeitete Eichendielenboden ebenso an die Geschichte des Gebäudes wie die niedrigen Decken, die freiliegenden Holzbalken und die steile Stiegentreppe. Gleichzeitig schaffen offene Wohnbereiche und maßgefertigte Holzmöbel eine zeitgemäße Atmosphäre. Das Appartement in der ehemaligen Scheune wirkt dagegen großzügig und lichtdurchflutet. Hohe Decken, alte Backsteinwände und Torbögen treffen hier auf warme Naturfarben und moderne Einrichtung. Ein Esstisch aus einem alten Eichenbalken, der während der Sanierung entdeckt und von einem örtlichen Schreiner gefertigt wurde, erzählt ebenso von der Vergangenheit wie die freigelegten Lehmgefache im Treppenhaus.
| Appartement | ab160 € |
Die Architektur der Hofreite erzählt ihre über 300-jährige Geschichte bis heute. Der für Hessen typische Dreiseitenhof mit Haupthaus, Scheune und Stall konnte vollständig erhalten werden. Bei der Sanierung wurde großer Wert darauf gelegt, möglichst viele originale Elemente weiterzuverwenden – von historischem Kopfsteinpflaster und alten Holzbalken bis hin zu Natursteinen, die heute den Innenhof und den Brunnen gestalten. Auch die denkmalgeschützten Fenster wurden sorgfältig aufgearbeitet und ebenso wie alle historischen Holzelemente mit traditioneller Leinölfarbe gestrichen. Das Farbkonzept orientiert sich an den Originalfarben des Hauses, die im Rahmen eines restauratorischen Gutachtens rekonstruiert wurden. Auch bei den Baumaterialien fiel die Wahl bewusst auf natürliche und regionale Ressourcen. Verwendet wurden unter anderem Holz, Lehm, Sand und Taunusquarzit aus einem benachbarten Steinbruch. Die Außenanlagen sind mit trockenheitsverträglichen, insektenfreundlichen Pflanzen gestaltet, die über eine wassersparende Tröpfchenbewässerung versorgt werden.
Christiane und Roland Beer besitzen im Ort eine große Streuobstwiese mit vielen Obstbäumen, bauen Gemüse im eigenen Garten an und halten eigene Hühner. Zur Begrüßung dürfen sich Gäste über selbst gemachte Marmelade und frische Eier aus dem eigenen Bestand freuen. Obst- und Gemüseabfälle werden nicht weggeworfen, sondern an die Hühner verfüttert oder kompostiert. Aus den nicht verwertbaren Resten entsteht anschließend neue Gartenerde für die Gemüsebeete. Auch regionale Produkte aus der Umgebung spielen eine Rolle: Die Gastgeber sind beide Jäger und jagen im benachbarten Revier. Das Wild wird von einem ortsansässigen Metzger zu Salami, Bratwurst und Dosenwurst verarbeitet, die von den Gästen erworben werden können. Für vegetarische Gäste teilen die Gastgeber gerne Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten – je nach Saison frisch geerntet und direkt aus der Umgebung.
Bei der Sanierung wurde fast ausschließlich mit Handwerksbetrieben aus der Region zusammengearbeitet – vom Zimmermann über den Schreiner bis hin zu Dachdecker, Schlosser und Heizungsbauer. Damit möchten die Gastgeber ganz bewusst das regionale Handwerk stärken und kurze Wege fördern. Während der Bauzeit stand den Handwerker:innen ein beheizter Pausenraum mit Küche und Bad zur Verfügung und an den Wochenenden wurde regelmäßig gemeinsam gekocht und gebacken. Auch über die Hofreite hinaus engagieren sich Christiane und Roland Beer in ihrem Heimatort. Roland und Christiane Beer gehen regelmäßig zum Blut spenden, und helfen ehrenamtlich beim Leeren öffentlicher Mülleimer in den Außenbereichen. Gemeinsam sind sie außerdem Wahlhelfer. Christiane Beer gibt ehrenamtlich Deutschunterricht für geflüchtete Menschen.
Statt neu zu bauen, wurde die über 300 Jahre alte Bausubstanz erhalten und mit natürlichen Materialien wie Holz, Lehm, Schilfrohrmatten, Kalk und Sand aus der Region behutsam ergänzt. So entsteht ein gesundes Raumklima: Im Sommer bleiben die Räume angenehm kühl, im Winter wird nur wenig Heizenergie benötigt. An kalten Tagen sorgt zusätzlich ein Kaminofen für Wärme, beheizt mit Holz aus der Region. Müll wird selbstverständlich getrennt. Für die Gastgeber ist der Erhalt historischer Gebäude gelebter Klima- und Umweltschutz – ganz im Sinne des Denkmalschutzes, der den Erhalt bestehender Bausubstanz als wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Bauen versteht.
Die Umgebung rund um die Hofreite bietet viele Möglichkeiten für Bewegung, Naturerlebnisse und Entspannung. Nur wenige Schritte entfernt befinden sich Angebote wie Waldbaden und Kräuterseminare sowie das Powerhouse Main-Taunus mit Reformer-Pilates, Reformer Cardio, Reformer Deep Stretch, Pilates Mat und Yoga. Einzeltermine sind auch ohne Mitgliedschaft möglich, bei der Vermittlung unterstützen die Gastgeber gerne. Dank der Lage mitten im Vordertaunus starten viele Aktivitäten direkt vor der Haustür. Zahlreiche Wanderwege, Laufstrecken und Routen für Mountainbike, Tourenrad und Rennrad führen durch die abwechslungsreiche Landschaft. Auch für Spaziergänge und bewusstes Erleben des Waldes ist die Umgebung ideal – ohne lange Anfahrt und mitten in der Natur.
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