Das Alte Elbschifferhaus liegt direkt hinter dem Elbdeich im östlichsten Zipfel Brandenburgs. Viel passiert hier nicht – und genau das ist auch gut so. Auf der einen Seite geht der Blick über die Wiese bis zum nahen Pappelwald, auf der anderen stehen alte Eichen unter denen manchmal Schafe grasen.
Morgens geht hinter den Bäumen die Sonne auf, abends lässt sich beobachten, wie der Tag über der Elbe langsam ausklingt. Wer auf dem Deich sitzt, sieht den Strom vorbeiziehen. Im Winter hört man manchmal, wie die Eisschollen sich reiben, im Herbst machen Tausende Zugvögel Rast in der Umgebung und nachts ist der Sternenhimmel oft beeindruckend klar. Im Frühjahr lassen sich Nachtigall und Pirol hören. Der Elberadweg führt direkt am Haus vorbei, das Fahrrad und ein Fernglas gehören hier fast zur Grundausstattung.
Gastgeberin Mechthild Kränzlin lebt gleich nebenan und hat eine besondere Verbindung zu diesem Haus. Das alte Fachwerkhaus stammt vermutlich aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und wurde zwischen 2019 und 2023 sorgfältig saniert. Ursprünglich lebten hier Elbschiffer mit ihren Familien. Später lag das Gebäude direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze und stand in den 1980er-Jahren mehrere Jahre leer. Als Mechthild und ihr Mann das Haus bei einer Fahrradtour entdeckten, war es stark verfallen. Trotzdem haben sie sich in den Ort und die besondere Lage verliebt und beschlossen, das Haus zu erhalten. Die Geschichte der Sanierung haben sie in zwei Fotobänden festgehalten; alte Scherben und Fundstücke erinnern noch heute an die früheren Bewohner*innen.
Bei der Renovierung ging es nicht darum, ein altes Haus einfach schön zu machen, sondern seine Geschichte weiterzuerzählen. Viele originale Elemente wie Fachwerk, Ziegelsteine, der Kachelofen und Terrazzoböden konnten erhalten werden. Heute trifft hier ein offener, moderner Wohnbereich im Erdgeschoss auf gemütliche Schlafkojen im Obergeschoss. Es ist ein Ort zum gemeinsamen Kochen, langen Frühstücken, Lesen, Spielen oder einfach dafür, ein paar Tage draußen in der Natur zu verbringen.
| Ganzes Haus | ab190 € |
Bei der Sanierung des denkmalgeschützten Elbschifferhauses stand der Erhalt der historischen Bausubstanz im Mittelpunkt. Nachdem die Familie das Haus 2013 übernommen hatte, konnten zahlreiche originale Elemente bewahrt und wiederverwendet werden, darunter das Fachwerk, handgefertigte Ziegelsteine, der Kachelofen und Terrazzofliesen. Auch bei der Einrichtung wurde auf Bestehendes gesetzt: Familienerbstücke, Fundstücke aus Antiquitätengeschäften, vom Flohmarkt oder sogar vom Sperrmüll verleihen den Räumen ihren individuellen Charakter. Ein besonderes Detail ist der sogenannte „Blender“ – ein Garderobenschrank, der auf den ersten Blick wie ein Sekretär aussieht. Die gesamte Sanierung wurde von lokalen Handwerksbetrieben umgesetzt. Wo immer möglich, wurden vorhandene Materialien aufgearbeitet und wiederverwendet. Ergänzt wurden sie durch regionale Baustoffe wie Lehmputz aus einer nahegelegenen Grube und Holz für das Fachwerk aus der direkten Nachbarschaft.
Gäste kochen im Alten Elbschifferhaus selbst in der gut ausgestatteten Küche und können dabei auf frische Zutaten aus der Umgebung zurückgreifen. Kräuter aus dem eigenen Garten stehen zur Verfügung, frische Eier gibt es direkt beim Nachbarn. Lebensmittel werden bewusst genutzt, Speiseabfälle möglichst vermieden und Gemüseabfälle kompostiert. In der Umgebung laden regionale Anbieter mit Wildspezialitäten sowie saisonale Einkehrmöglichkeiten bei befreundeten Gastgeber*innen zwischen Mai und Oktober dazu ein, die kulinarische Vielfalt der Region kennenzulernen.
Für die Reinigung des Ferienhauses wird mit einem ortsansässigen Unternehmen zusammengearbeitet und so die lokale Wirtschaft unterstützt. Darüber hinaus engagiert sich Gastgeberin Mechthild ehrenamtlich bei der Naturwacht Brandenburg und wirkt an verschiedenen Monitoringprojekten mit, unter anderem zum Brutvogelatlas und zu Feuerlilien. Zudem besteht eine Mitgliedschaft im lokalen Kulturverein.
Das Abwasser der Unterkunft wird über eine vollbiologische Kläranlage gereinigt, weshalb ausschließlich sorgsam dosierte und biologisch abbaubare Reinigungsmittel verwendet werden. Wäsche trocknet, wann immer möglich, an der frischen Luft, Regenwasser wird gesammelt und für die Tropfbewässerung der Hochbeete genutzt und Müll wird konsequent getrennt. Damit auch Gäste die besondere Natur der Region besser kennenlernen können, stehen zahlreiche Informationen und Empfehlungen zum Biosphärenreservat Elbe-Brandenburg und zum Grünen Band bereit.
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